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VRAbgeschlossen2023–2024

Zeiss Factory

Mixed-Reality-Modellfabrik: Softwaredienstleistungen im Kundengespräch sichtbar machen.

Wie zeigt man im Kundengespräch etwas, das keine physische Gestalt hat? ZEISS Digital Innovation entwickelt maßgeschneiderte Software für industrielle Anwendungen – ein Angebot, für das sich schwerlich ein Exponat auf den Tisch stellen lässt. Genau an dieser Stelle setzt die Zusammenarbeit mit dem NewWorkDesignLab der Fachhochschule Dresden an.

Entstanden ist eine interaktive Mixed-Reality-Anwendung: eine digitale Modellfabrik, die die Produktion von Zauberwürfeln simuliert. Die Fertigungsstraße erscheint als räumliches Modell im realen Raum, die dahinterliegenden Datenströme werden in Echtzeit sichtbar. Abstrakte Softwareleistungen – Prozessüberwachung, Datenerfassung, Qualitätssicherung – erhalten so einen anschaulichen Gegenstand, an dem sie erklärt werden können.

Person mit VR-Brille in einem Showroom; der Monitor an der Wand zeigt die virtuelle ZEISS-Fabrikhalle mit Markierungspunkten.
Die Modellfabrik erscheint als räumliches Objekt; Markierungspunkte führen zu den einzelnen Prozessschritten.

Passthrough statt Abschottung

Eine gestalterische Grundentscheidung prägt die Anwendung: Sie setzt auf Passthrough-Technologie und blendet die Umgebung nicht aus. Im Vertriebsgespräch bleibt damit möglich, was eine vollständig geschlossene VR-Umgebung ausschließt – Blickkontakt, Gestik, gemeinsames Betrachten. Die Modellfabrik steht im Raum, nicht anstelle des Raums.

Bedient wird die Anwendung ohne Controller. Ein robustes Handtracking-System erlaubt es, die virtuelle Fabrik mit natürlichen Gesten zu steuern. Für Nutzende, die zum ersten Mal eine Mixed-Reality-Brille tragen, entfällt damit eine Hürde: Es gibt kein Eingabegerät, dessen Bedienung zuerst erklärt werden müsste.

Person mit VR-Brille in einer lichtdurchfluteten Halle; auf dem Bildschirm daneben ist die ZEISS-VR-Anwendung mit Prozessübersicht zu sehen.
Gesteuert wird ohne Controller – die Anwendung reagiert auf natürliche Handbewegungen.

Interaktionsmuster für den Vertriebskontext

Der Einsatzort stellte eigene Anforderungen an die Gestaltung. Eine Anwendung, die im Kundentermin überzeugen soll, muss in Minuten verständlich sein und darf den Gesprächsfluss nicht unterbrechen. Das Team entwickelte dafür eigene Interaktionsmuster, die auf schnelle Erlernbarkeit ausgelegt sind, und gestaltete den digitalen Shopfloor entsprechend: reduziert, klar gegliedert und auf die Momente hin komponiert, in denen etwas erklärt werden soll.

Die Anwendung entstand als Teamarbeit im NewWorkDesignLab; die Programmierung der Simulationslogik und der Benutzeroberflächen sowie die Gestaltung des digitalen Shopfloors verantwortete Jonas Ludorf als Kernentwickler. Für ZEISS Digital Innovation ist damit ein Werkzeug entstanden, das die eigene Arbeit dort sichtbar macht, wo sie sonst unsichtbar bleibt.

Projektdetails
Projektzeitraum
09/2023 – 04/2024
Projektteam
Prof. Dr. Marius Brade
Prof. Dr. Marius BradeLeitung
Jonas Ludorf
Jonas LudorfWissenschaftlicher Mitarbeiter
Nicos Lentzsch
Nicos LentzschWissenschaftlicher Mitarbeiter
Christian Schülke
Christian SchülkeWissenschaftlicher Mitarbeiter
Philip Ahlers
Philip AhlersStudentische Hilfskraft
Friedrich Malz
Friedrich MalzEhemalige Studentische Hilfskraft
Lenny Keil
Lenny KeilEhemalige Studentische Hilfskraft
Auftraggeber