Global Foundries Escape Room
VR-Escape-Room: einen Silizium-Wafer durch den Reinraum bis zum fertigen Mikrochip begleiten.

Welche Prozesse laufen eigentlich im Reinraum einer Chipfabrik ab? Zur Beantwortung dieser Frage wurde gemeinsam mit GlobalFoundries eine Anwendung gestaltet, in der Schüler*innen an verschiedenen Maschinen einen virtuellen Silizium-Wafer auf seinem Weg zum Mikrochip begleiten können. Dabei wählen sie zum Beispiel Belichtungsmasken aus oder bearbeiten den Wafer mit verschiedenen Chemikalien.
Der Anlass ist derselbe wie beim virtuellen Betriebsrundgang: Der physische Zugang zu Reinräumen ist streng reglementiert, eine Besichtigung der Fertigung kommt für Bewerbende nicht in Frage. Die mobile VR-Simulation schließt diese Lücke und ist heute fester Bestandteil des Recruitings auf Messen sowie des Onboardings neuer Mitarbeitender.

Industrieprozesse als Spielmechanik
Die Anwendung ist als Escape-Game aufgebaut: Die Teilnehmenden lösen an den Stationen Aufgaben, die den realen Fertigungsschritten nachempfunden sind. Am Diffusionsofen etwa müssen Temperatur und Brenndauer korrekt eingestellt werden, bevor der Wafer weiterwandert. In enger Abstimmung mit den Fachexpert*innen von GlobalFoundries wurden die komplexen Industrieprozesse dafür in einfache, verständliche Spielmechaniken übersetzt.

Entwicklung im NewWorkDesignLab
Die Anwendung entstand im NewWorkDesignLab der Fachhochschule Dresden. Die technische und visuelle Umsetzung lag bei Jonas Ludorf, der das Projekt von der ersten Idee bis zur Veröffentlichung begleitete: von der Konzeption – erste Ideen wurden mit dem hauseigenen Prototyping-Werkzeug Mind-Objects XR validiert – über die Modellierung des vollständigen digitalen Reinraums in Blender bis zur Programmierung der Anwendungslogik. Auf Seiten von GlobalFoundries prägte Steve Federow aus dem Bereich Workforce Development die inhaltliche Ausrichtung und Zielsetzung.

Ein Schwerpunkt der Entwicklung lag auf der Bedienbarkeit: Weil viele Nutzende zum ersten Mal eine VR-Brille aufsetzen, wurde die Steuerung bewusst einfach gehalten. Gezielte Performance-Optimierungen sorgen zudem dafür, dass die Anwendung auf mobiler Hardware flüssig läuft – Voraussetzung dafür, dass sie ohne aufwendigen Aufbau auf Messen und in Schulen eingesetzt werden kann.
Das Projekt steht damit beispielhaft dafür, wie an der Fachhochschule Dresden Lösungen für konkrete unternehmerische Herausforderungen entstehen: Eine hochkomplexe, für Außenstehende unzugängliche Fertigung wird in eine Erlebniswelt übersetzt, die Interesse weckt, ohne fachlich zu vereinfachen.
- Projektzeitraum
- 10/2024 – 09/2025


