Global Foundries 360 Grad Rundgang
Ein virtueller Betriebsrundgang durch die Chipfabrik – dort, wo reale Führungen nicht möglich sind.
- Auszeichnung
- Nominiert für den Deutschen Fachkräftepreis 2025

Eine Chipfabrik lässt sich nicht einfach besichtigen. Die Fertigung von Halbleitern findet in Reinräumen statt, deren Zugang streng reglementiert ist – und selbst wer hineindürfte, sähe vor allem geschlossene Maschinengehäuse. Für das Personalmarketing von GlobalFoundries in Dresden bedeutete das ein grundlegendes Problem: Wie vermittelt man jungen Menschen einen Eindruck von einem Arbeitsplatz, den sie nicht betreten können?
Dass wir in Reinräumen produzieren und da nicht so einfach Führungen anbieten können, war sicher der wichtigste Grund.
Steve Federow, Personalmarketing GlobalFoundries
Gemeinsam mit dem NewWorkDesignLab der Fachhochschule Dresden entstand daraus ein virtueller Betriebsrundgang. Die Anwendung bildet den Weg in die Produktion so nach, wie ihn auch Mitarbeitende gehen: Zunächst durchlaufen die Nutzenden eine virtuelle Umkleide und legen die Reinraumkleidung an, erst danach öffnet sich der Zugang zu den Fertigungsbereichen. An den Rundgang schließt sich ein verdichtetes Video der realen Produktion an.
Ortsunabhängig statt ortsgebunden
Der entscheidende Vorteil der VR-Lösung liegt in ihrer Mobilität. Die Brillen kommen auf Berufsmessen, bei auswärtigen Terminen und im Fabmobil der Oberlausitz zum Einsatz – der Rundgang kommt also zu den Interessierten, statt sie an den Standort zu binden. Gefahrlos, ortsunabhängig und ohne den laufenden Betrieb zu stören.
Ergänzt wird der Rundgang um spielerische Stationen, an denen die Besuchenden Schritte des Halbleiterprozesses selbst ausführen: Am Diffusionsofen stellen sie Temperatur und Brenndauer ein, an einer weiteren Station belichten sie einen Wafer. Was zuvor abstrakt blieb, wird dadurch nachvollziehbar – und bleibt nach Einschätzung des Unternehmens deutlich besser im Gedächtnis als eine erklärte Führung.
Resonanz und Weiterentwicklung
Das Projekt wurde für den Deutschen Fachkräftepreis 2025 nominiert. Aktuell wird das Sprachangebot der Anwendung ausgebaut, um sie auch in der internationalen Personalgewinnung einsetzen zu können. Über den virtuellen Betriebsrundgang berichtete unter anderem das Arbeitgebermagazin „faktor A“ der Bundesagentur für Arbeit.
Für die Fachhochschule Dresden zeigt das Vorhaben, wie aus einer konkreten betrieblichen Einschränkung ein wirksames Instrument der Berufsorientierung werden kann. Der Rundgang bildet zugleich die Grundlage für den vertiefenden VR-Escape-Room, der gemeinsam mit GlobalFoundries im Anschluss entstand.
- Projektzeitraum
- 11/2023 – 04/2026



